Moral statt Personal

Kategorie: Saison 2015/2016
Veröffentlicht am Montag, 14. September 2015 08:41
Geschrieben von R. Katze

Die erste Männermannschaft der USG hat zum Saisonauftakt einen Punktgewinn unter widrigsten Umständen errungen. Nach sechzig Minuten Kampf hieß es gegen den TSV Fortschritt Mittweida 25:25. Dabei standen die Vorzeichen für die Mannschaft von Jörg Leonhardt im voraus nicht besonders gut. Mit nur sieben Feldspielern und zwei Torhütern wurde die Anreise nach Mittweida angetreten.

Umso überraschender getaltete sich der Spielbeginn. Die USG überzeugte mit guter Abwehrarbeit und ordentlicher Wurfquote und so konnte man gegen die jungen Gastgeber zunächst knapp in Führung gehen.

Lediglich beim schnellen Umschaltspiel des TSV hatte man Probleme. Im Positionsangriff jedoch kamen diese kaum zu klaren Torchancen. Gegen Ende des ersten Durchganges erlebten die Chemnitzer dann allerdings den ersten Rückschlag. Nach einem Zweikampf schied Riccardo Gansl verletzt aus. Dadurch jeglicher Wechseloptionen auf den Feldpositionen beraubt, gelang es der USG dennoch den Vorsprung in die Halbzeit zu retten (9:11).

Auch zu Beginn des zweiten Durchganges gelang es, den Gegner mit viel Kampfbereitschaft auf Distanz zu halten. Zudem konnte man sich immer wieder auf Paraden von Torhüter Peter Arendt verlassen. Mit zunehmender Spielzeit machte sich jedoch auch Müdigkeit im Chemnitzer Team bereit. Die Gastgeber wechselten munter durch und kamen insbesondere über den Kreis und den linken Rückraum vermehrt zu Torgelegenheiten.

Somit entwickelte sich ab der 40. Minute ein ausgeglichenes Spiel, in welchem die Führung hin- und herwechselte. Die Chemnitzer mussten zudem jetzt vermehrt Unterzahlsituationen überstehen. In der 46. Minute erhielt der bis dato sehr treffsichere Spielgestalter Dominik Krumm seine dritte Zeitstrafe vom Schiedsrichterpaar. Den Mannschaftverantwortlichen der USG blieb nun nichts anderes übrig, als Torhüter Robert Nowacki auf die Rückraum Mitte Position zu schicken.

Zunächst konnte Mittweida auch diese Notumstellung im Chemnitzer Spiel für sich nutzen, um mit zwei Toren in Front zu gehen. Nach einer Chemnitzer Auszeit fingen sich die Karl-Marx-Städter jedoch wieder, konnten ausgleichen und eineinhalb Minuten vor Spielende durch Kanter in Führung gehen. Zwar musste man die Schlussphase erneut in Unterzahl überstehen, doch nach einer erfolgreichen Abwehraktion hatte die USG 40 Sekunden vor Schluss wieder den Ball. Leider fehlte im folgenden Angriff die Abgezocktheit das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Zu früh wurde der Abschluss gesucht und vergeben, sodass die Gastgeber noch einen letzten Angriffsversuch erhielten. In diesem fand ein abgefälschter Ball unglücklicherweise den Weg ins USG-Gehäuse, sodass sich am Ende beide Teams die Punkte teilen mussten.

Zwar wäre mit etwas mehr Cleverness am Ende ein Sieg durchaus möglich und auch verdient gewesen, doch wie der kleine Kader Rückschläge wegsteckte und über 60 Minuten jeder von ihnen alles gab, spricht für die Moral des Teams und hinterlässt viel Hoffnung für zukünftige Aufgaben. Kommende Woche ist der HV Oederan als nächster Gegner zu Gast im Chemnitzer Sportforum.

 

USG: Arendt, Nowacki (1) - Gansl (2), Hahn (1), Herzog (1), Kanter (6), Krumm (7), Metzner (6/2), Wirth (1)

MV: Leonhardt, Böddicker, Schlegel

 

Siebenmeter: TSV: 3/4  USG: 2/2

Zeitstrafen: TSV: 6 Minuten    USG: 16 Minuten